Gebärdensprachenverbot an bayerischen Bildungseinrichtungen

Der Mailänder Kongress von 1880 (auch: International Congress on the Education of the Deaf) hatte international weitreichende negative Folgen für die Bildung gehörloser Menschen, da beschlossen wurde Gebärdensprache im Schulunterricht zu verbieten und vollständig durch Lautsprachunterricht (Oralismus) zu ersetzen – auch in Deutschland. Sprache ist ein zentraler Bestandteil von Identität und entscheidend für Bildungschancen. Gehörlosen Menschen wurde über lange Zeit hinweg systematisch verwehrt, auf ihre Weise zu kommunizieren und so in Kontakt mit der Welt zu treten. Den Betroffenen wurde dadurch großes Leid zugefügt. Erst im Jahr 2010 wurden die Beschlüsse des Mailänder Kongresses durch die internationale Konferenz zur Bildung und Erziehung Gehörloser (ICED) aufgehoben. Obwohl der Mailänder Kongress vor 145 Jahren stattgefunden hat, sind seine Nachwirkungen bis heute spürbar. Vor diesem Hintergrund hab ich Fragen an die Staatsregierung.