„Careleaver“ in Bayern

Der Übergang in ein eigenständiges Leben stellt für junge Menschen, die stationäre
Jugendhilfeeinrichtungen mit Erreichen der Volljährigkeit verlassen – sogenannte Careleaver
– eine besondere Herausforderung dar. Ohne ein tragfähiges familiäres Netz, oft mit
unzureichender sozialer oder finanzieller Absicherung und inmitten wichtiger schulischer,
beruflicher und persönlicher Entwicklungsprozesse, sind sie in hohem Maße auf gezielte
Unterstützung durch staatliche und zivilgesellschaftliche Stellen angewiesen. Gerade in
dieser sensiblen Lebensphase entscheidet sich häufig, ob junge Erwachsene in stabilen
Lebensverhältnissen ankommen oder in Abhängigkeit von weiteren Hilfeangeboten geraten.
Dabei ist insbesondere die Frage zentral, wie staatliche Strukturen diesen Übergang begleiten,
welche Erkenntnisse über den Bedarf junger Careleaver vorliegen und wie bereits bestehende
Unterstützungsangebote wirken – insbesondere für besonders vulnerable Gruppen wie
junge Menschen mit Fluchterfahrung oder psychischem Unterstützungsbedarf. Vor diesem
Hintergrund richtet sich diese Anfrage an die Bayerische Staatsregierung mit dem Ziel, Daten
über die Lebensrealität von “Careleavern” in Bayern zusammenzustellen und bestehende
Unterstützungsstrukturen zu evaluieren. Die Fragen beziehen sich dabei auf quantitative
Entwicklungen ebenso wie auf strukturelle, sozialpolitische und integrationsbezogene Aspekte
der Begleitung junger Erwachsener nach der stationären Jugendhilfe.

Deshalb habe ich mit meiner Kollegin Gülseren Demirel eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung gestellt.