Würzburg, 12.6. – Der Regionalbahnverkehr rund um Würzburg soll in Zukunft „Regio-S-Bahn“ heißen. Statt Angebotsverbesserungen, mehr Zügen usw. werden aber die bestehenden Fahrten nur neu geordnet. Mehr Zugleistungen wird es nicht geben. Das erklärt die Staatsregierung auf Nachfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina.
Tatsächlich soll es insbesondere morgens und abends zu deutlichen Verschlechterungen im Angebot kommen. Besonders Menschen im Schichtdienst und Nachtschwärmer sind betroffen: Konkret soll in Zukunft aus Würzburg der letzte Zug nach Marktbreit schon um 23:04 fahren. Der bisher letzte Zug um 0:33 Uhr wird gestrichen. Nach Kitzingen fährt die letzte Bahn um 23:41 Uhr statt um 0:36 Uhr und nach Schweinfurt geht es zum letzten Mal um 23:08 Uhr (bisher: 0:36 Uhr), so die Staatsregierung. Betroffen sind davon auch alle Zwischenhalte wie z.B. Winterhausen, Ochsenfurt, Rottendorf oder Bergtheim.
Celina spricht deshalb von einer „Mogelpackung S-Bahn“: „Wenn der Freistaat vollmundig ankündigt, dass auch die Region Würzburg eine Regio-S-Bahn bekommt, erwarten die Menschen damit Verbesserungen im Angebot und keine Streichungen. Wer das Kulturangebot in Würzburg genießt oder sich ein Fußballspiel in einer Kneipe ansieht, muss sichergehen können, auch nach einer Zugabe oder dem Elfmeterschießen noch verlässlich nach Hause zu kommen.“ Paul Knoblach, Abgeordneter aus dem Landkreis Schweinfurt ergänzt: „Dass zwischen den beiden Hochschulstandorten Würzburg und Schweinfurt die letzte Verbindung schon um elf Uhr abends gehen soll, ist nicht zeitgemäß.“ Der Würzburger Abgeordnete Patrick Friedl: „Bayern nennt sich „Bahnland“ aber investiert einseitig im Großraum München Milliarden während in Unterfranken das Angebot nicht ausgebaut wird. Das muss sich ändern.“
Dieses und weitere Themen diskutieren Landtags- und Bundestagsabgeordnete der Grünen gemeinsam mit Experten aus der Region am kommenden Sonntag 14. Juni ab 14 Uhr im Museum im Kulturspeicher. Weitere Infos und Anmeldung unter https://markus- buechler.de/events/bahnkonferenz-unterfranken/
Anhang: AzP mit Antwort der Staatsregierung, tabellarische Gegenüberstellung jetziges Angebot und geplantes Angebot (jeweils erste und letzte Verbindungen des Tages).