Spannende Tage in Berlin – Eindrücke meiner Praktikantinnen

Am Donnerstag, den 6. November 2025, begann unser Tag schon sehr früh. Von Würzburg aus machten wir uns auf den Weg nach Berlin, denn für uns als Praktikantinnen stand eines der Highlights unseres sechswöchigen Praktikums bevor: ein paar Tage in Deutschlands Hauptstadt.

Dort hatten wir die Möglichkeit, am Fachdialog „Prostitution in Deutschland – Realitäten, Herausforderungen und Perspektiven des Nordischen Modells“, organisiert vom Bundesverband Nordisches Modell, teilzunehmen. Für uns war dies eine einmalige Gelegenheit, direkt von Expert*innen alles über das Nordische Modell und seine mögliche Umsetzung in Deutschland zu erfahren.

Kaum in Berlin angekommen und nach einer kurzen Stärkung in einem gemütlichen Café, ging es für uns direkt zur Veranstaltung. Nach einer herzlichen Begrüßung eröffnete Michael Brand, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im BMFSFJ, die Veranstaltung mit einem Grußwort. Es folgten drei hochinteressante Diskussionspanels, die unterschiedliche Perspektiven beleuchteten. Zentral waren dabei Themen wie Unterstützungs- und Ausstiegshilfen für prostituierte Frauen, Recht, Schutz und Strafverfolgung sowie gesellschaftliche Dynamiken rund um Prostitution. Ganz unterschiedliche Redner*innen brachten vielfältige Sichtweisen ein. Besonders unter die Haut gingen die Beiträge von betroffenen Frauen, die ihre Geschichten mit uns teilten.

Das abschließende Panel widmete sich dem Thema „Prostitution im Spiegel gesellschaftlichen Wandels“. Bei dieser Diskussion war Kerstin eine aktive Teilnehmerin. Sie betonte unter anderem, wie wichtig es sei, das Thema mutig und gemeinsam anzupacken, verbunden mit der Forderung, funktionierende Auffangsysteme und Unterstützungsstrukturen für betroffene Frauen zu schaffen.

Die Inhalte und Positionen der Panelteilnehmer*innen können sie dem unten stehenden Dokument entnehmen:

Nach den intensiven Diskussionen hatten wir die Gelegenheit, mit Expertinnen, anderen Teilnehmer*innen und Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Diese Begegnungen waren sehr bereichernd und haben uns viele neue Perspektiven eröffnet. Nach einem Tag voller Eindrücke machten wir uns am Abend schließlich auf den Weg ins Hotel.

Am nächsten Morgen wurden wir vom strahlenden Sonnenschein geweckt. Gemeinsam starteten wir den Tag mit einem ausgiebigen Hotelfrühstück, bevor wir uns zusammen mit Kerstin aufmachten, um die Umgebung zu erkunden. Wir spazierten durch die Straßen, blieben immer wieder vor beeindruckenden Graffitis stehen und philosophierten dabei über die Geschichten, die hinter manchen Bildern stecken könnten. Besonders eindrucksvoll war das Denkmal am Anhalter Bahnhof. Ein freundlicher Passant erklärte uns, dass hier vor dem Zweiten Weltkrieg einer der größten und bedeutendsten Fernbahnhöfe Berlins stand. Während des Krieges wurden von genau diesem Ort aus tausende Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager deportiert.

Der Ort, die Stille und die Beschreibungen hinterließen bei uns einen tief bewegenden Eindruck. Im Anschluss besuchten wir das Jüdische Museum, das uns mit seiner Architektur, seinen Ausstellungen und den vielen persönlichen Geschichten nachhaltig beeindruckte. Mittags kehrten wir gemeinsam in ein kleines, gemütliches Café ein, wo wir uns hausgemachte Kuchen schmecken ließen.Die kurze Pause tat gut und gab uns neue Energie, bevor wir weiterzogen, um den Prenzlauer Berg zu erkunden. Dort beobachteten wir das lebendige Treiben und stöberten in kleinen Buchläden.

Am Nachmittag stand für uns der Besuch der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder, Jugend und Familie auf dem Programm. Im Fokus standen Themen rund um Social Media und Jugendarbeit. Es wurden uns äußerst spannende Studien vorgestellt, welche uns wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen gab.Am Abend ließen wir es uns in einem türkischen Restaurant in Kreuzberg schmecken, bevor wir schließlich müde, aber zufrieden ins Hotel zurückkehrten.

Der nächste Tag stand uns zur freien Verfügung. Wir nutzten die Zeit, um einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins zu besuchen: das Brandenburger Tor, den Bundestag, die Humboldt-Universität und die Museumsinsel. Anschließend schlenderten wir durch die Innenstadt, um ein bisschen zu shoppen, bevor es uns wieder zurück in unser Lieblingsviertel (Prenzlauer Berg) zog – diesmal, um noch einmal eines der vielen schönen Cafés zu besuchen.

Am letzten Tag machten wir uns voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen auf den Rückweg nach Würzburg, wo bereits der Wirtschaftsdialog auf uns wartete.