Spielplätze sollen für alle Kinder da sein – unabhängig von Behinderung, Mobilität oder sensorischen Einschränkungen. Inklusive Spielplätze bieten nicht nur barrierefreie Zugänge, sondern auch vielfältige Spielangebote, taktile und akustische Elemente sowie Ruhezonen.
Doch wie steht es um inklusive Spielplätze in Bayern? Unsere Anfrage an die Staatsregierung zeigt:
- Keine Zahlen, kein Überblick: Der Freistaat erfasst weder den Bestand noch die Entwicklung inklusiver Spielplätze. Es gibt keine bayernweite Datenbank.
- Rechtlicher Rahmen: DIN-Normen für barrierefreie Spielplätze sind unverbindlich. Gemeinden sind nicht verpflichtet, inklusive Spielplätze einzurichten – es handelt sich um eine freiwillige Aufgabe.
- Fördermöglichkeiten: Unterstützung gibt es über die Städtebauförderung und die Dorferneuerung (in Orten bis 2.000 Einwohner). Seit 2025 wird die Ausstattung mit inklusiven Spielgeräten ausdrücklich empfohlen.
- Barrierefreiheit und Anbindung: Barrierefreie Sanitäranlagen können im Rahmen der Städtebauförderung oder Dorferneuerung gefördert werden. Eine ÖPNV-Anbindung ist nicht vorgeschrieben.
- Informationslücke: Eine zentrale Plattform oder interaktive Karte existiert nicht. Eltern müssen sich derzeit bei örtlichen Stellen oder der Offenen Behindertenarbeit informieren.
- Sport und Begegnung: Bayern investiert in inklusiven Breitensport und setzt Inklusion in Kitas und Schulen um, aber für Spielplätze gibt es keinen gezielten Ausbauplan.
Unser Fazit: Kinder mit Behinderung haben das gleiche Recht auf Spiel, Bewegung und Begegnung im öffentlichen Raum. Doch ohne verlässliche Daten, klare Verpflichtungen und eine zentrale Informationsplattform bleiben inklusive Spielplätze in Bayern Glückssache. Wir setzen uns dafür ein, dass sich das ändert – für echte „Orte für Alle“.